Wie viel ist (D)ein Leben wert? – Theateraufführung der Q1

11. Mai 2026

Bestimmt ist allen die gesperrte Pausenhalle in den letzten Tagen aufgefallen – und das hatte natürlich auch einen Grund: Der 12. Jahrgang probte und inszenierte die lange geplante Produktion „Wie viel ist (D)ein Leben wert?“. Seit knapp einem Jahr hatte der Kurs unter der Leitung von Frau Schnackenberg an dem Stück gearbeitet und am 5. und 6. Mai war es soweit: Aufführung!

Die Pausenhalle war tatsächlich bis auf den letzten Platz besetzt, als die Q1 die Neuadaption von Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ präsentierte. Die 24 Schüler:innen verlegten die Handlung ins Jahr 2026 und in den Kreis Pinneberg – so fühlte sich das Publikum dem Städtchen Güllen hoffentlich ganz nah…

Ganz schön trostlos und heruntergekommen in Güllen. Die Bevölkerung ist frustriert…

Einziger Hoffnungsschimmer in ihrem tristen Alltag: Der angekündigte Besuch von Claire, einer Milliardärin, die die Stadt aus dem finanziellen Ruin holen soll. Der Bürger Alfred Ill erinnert sich an seine leidenschaftliche Liebe zu Claire, als beide jung waren.

Panik! Die Milliardärin reist viel zu früh an, nichts ist vorbereitet. Auch ihr Gefolge ist recht skurril…

Bürgermeister, Lehrerin, Pastorin und Polizistin sind siegessicher: Mit Alfreds Hilfe werden sie Claire davon überzeugen, ihre Stadt zu retten. Die beiden streiten parallel jedoch über ihre unschöne Trennung.

Die Bevölkerung Güllens will Claire beeindrucken und führt diverse Chaos-Performances auf. Das scheint zunächst auch funktioniert zu haben…

Dann aber stellt sich aber in Form eines spontanen Gerichtsprozesses heraus: Claire will Rache für Alfreds Fehlverhalten in ihrer Beziehung. Ihre Bedingung: Eine Milliarde für Güllen – wenn jemand ihren Ex-Lover tötet. Güllen ist empört, alle stehen hinter dem beliebten Alfred.

In den nächsten Tagen beobachtet Alfred Ill jedoch ein seltsames Phänomen: Ganz Güllen ist wild am Shoppen. Planen sie etwa bereits mit der Milliarde?

Zumindest von seiner geliebten Familie erhält Alfred Support – oder? Währenddessen hat Claire ihren Verlobten abgeschossen und flirtet bereits mit potentiellem Ehemann Nr. 8.

Alfred sucht Unterstützung bei den ihm loyalen Mitbürger:innen: Polizistin, Bürgermeister und Pastorin zeigen sich jedoch alle wenig hilfsbereit…

Als Güllen dann auch noch eine tragische Beerdigung für den Panther der Milliardärin inszeniert und Alfreds Gedanken ihn völlig übermannen, ist er nicht einmal mehr zu einer Flucht in der Lage.

Zu allen Überfluss taucht auch noch die Presse in Güllen auf und interessiert sich brennend für die Skandale im Städtchen.

Alfred resigniert: Er will nicht mehr kämpfen und nimmt sogar von seiner (nun offen Ablehnung zeigenden) Familie schon Abschied.

Der Bürgermeister macht Ill ein sehr unmoralisches Angebot, das er ablehnt. Stattdessen trifft er sich mit Claire und beide schwelgen in Erinnerungen an die Vergangenheit.

Alfred und Claire teilen einige letzte Gedanken und verabschieden sich auch. Ein Livereporterinnen-Team ist extra für die sehnlichst erwartete Gemeindeversammlung angereist.

Die Lehrerin hält eine flammende Rede, in der sie die Bevölkerung indirekt auffordert, das Angebot von Claire anzunehmen. Auch der Bürgermeister ist voller Enthusiasmus angesichts des Geldes.

Nachdem Güllen sich einstimmig für Claires Angebot entscheidet, wird Alfred endgültig klar, dass er keine Chance hat. Die Pastorin nimmt ihm die letzte Beichte ab.

Alfred Ill wird bedrängt und stirbt sehr plötzlich. „Tod durch Freude!“, behauptet Güllens Bürgermeister strahled, was die Livereporterinnen sehr rührt.

Nun kommt endlich der von Claire mitgebrachte Sarg zum Einsatz. Sie zahlt, wie versprochen, die Milliarde und verlässt Güllen samt ihrem Gefolge, dem Sarg und Alfred.

Zeit zum Feiern! Güllens Bevölkerung hat es geschafft und zelebriert den neu gewonnenen Luxus.

Viel zu feiern hatte auch die Q1: Zwei gelungene Aufführungen, ein scheinbar begeistertes Publikum und sehr viele wertschätzende Worte. Absolut verdient!