„Dunkelnacht“ – Eine bewegende Inszenierung

18. Juni 2026

Gespenstisch still ist es am Abend des 10. und 11. Juni in unserer Pausenhalle. Der Grund: Die Aufführung des Stückes „Dunkelnacht“ vom DSP-Kurs des 10. Jahrgangs. Die Pausenhalle ist an beiden Tagen bis auf den letzten Platz besetzt, ein wichtiges Signal der Schulgemeinschaft bei einer so herausfordernden Inszenierung.

Kirsten Boies preisgekrönter Jugendroman „Dunkelnacht“ schildert wahre Begebenheiten und spielt kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs in der bayerischen Kleinstadt Penzberg. Eine Gruppe Widerständler versucht eine friedliche Übergabe zu organisieren, woraufhin die Wehrmacht und der nationalsozialistische Werwolf sechzehn Personen als vermeintliche „Vaterlandsverräter“ grausam exekutieren. Die „Penzberger Mordnacht“ wird aus der Sicht der drei fiktiven Jugendlichen Marie, Schorsch und Gustl erzählt. Die Jungen Gustl und Schorsch himmeln beide „ihre“ Marie an – doch das erste Mal verliebt sein in diesen unsicheren Zeiten: Wie soll das gehen? Denn die Jugendlichen geraten zwischen die Fronten und müssen sich zwischen Mitläuferrolle und Zivilcourage entscheiden.

Ein bewegendes Plädoyer gegen das Vergessen, das der DSP-Kurs unter der Leitung von Andreas Witt mit einer großen Ernsthaftigkeit und Dichte auf die Bühne brachte. Die wechselnden Rollen sowie die Tatsache, dass sich alle Spielenden zu jedem Zeitpunkt auf der Bühne befanden, sorgten für sehr intensive Theatermomente. Das Publikum zeigte sich entsprechend bewegt und verstört zugleich, besonders die letzte Szene, bei der die in der Pausenhalle angebrachten Stolpersteine mit einem Grablicht beleuchtet und die Namen der Ermordeten genannt wurden, machte sprachlos.

Generell herrschte Sprachlosigkeit vor, nach den 1,5 Stunden. Viele mussten das Gesehene erst mit sich ausmachen, andere suchten leise das Gespräch.

Eine unglaublich beeindruckende Inszenierung, die noch lange nachhallen wird.