
ZDF-Korrespondent berichtet über sicherheitspolitische Lage
20. April 2026


Mitte April erwartete unsere Oberstufe eine besonders spannende Veranstaltung: ZDF-Korrespondent und Leiter des ZDF-Landesstudios Schleswig-Holstein Henner Hebestreit besuchte das CFvWG, berichtete von seinen Erfahrungen und ging in den Dialog mit unseren Schüler:innen. Themenschwerpunkt: die aktuelle sicherheitspolitische Lage, die viele junge Menschen stark verunsichert. Die internationalen Krisen, angefangen mit der Ukraine über die Regierung Trump bis zum Gaza- und Iran-Krieg haben schließlich, so äußerte sich der Journalist, auch einen großen Einfluss auf unsere Schüler:innen. Dabei nahm er kein Blatt vor den Mund und zeigte sich realistisch: „Wir sind aufgewachsen in einer Zeit, in der alles gut war – das ist vorbei.“
In der Pausenhalle stellte sich Hebestreit den Fragen der Schüler:innen, Hannes und Luis aus dem Q1-Jahrgang moderierten und leiteten dabei die Diskussion.


Henner Hebestreit arbeitet seit 2012 als Korrespondent für das ZDF im Studio Kiel. Vor drei Jahren übernahm er die Studioleitung. Ein besonders großer Fokus seiner Arbeit: Reportagen und Dokumentationen, die er aus dem Krisen- und Kriegsgebiet Ukraine produziert hat. Diverse Male hat er das Land besucht und immer wieder neue Perspektiven gefunden. Dabei konfrontierte er unsere Schüler:innen mit konkreten Zahlen, wie etwa 300 000 getöteten Soldat:innen, und schilderte eindrückliche und beklemmende Bilder, die er erlebte. So berichtete er von der aktuellen Bedrohungslage durch Drohnen, die sogar die Dreharbeiten stark beeinflusste. Im besonderen Maße sensibilisierte Hebestreit für die Belastung der ukrainischen Kinder. Hierbei betonte er aber auch, wie sehr ihn die andauernde Lebensfreude und das Durchhaltevermögen der ukrainischen Bevölkerung beeindrucke.


In der Diskussionsrunde ging es dann um sehr vielfältige Themen. So wollten unsere Schüler:innen wissen, ob Hebestreit den Irankrieg als völkerrechtswidrig einstufen würde, weiterhin interessierten sie sich für ihre eigene Perspektive. „Wehrpflicht – ist das unsere Zukunft?“, wollten vor allem unsere Schüler wissen, von denen einige kürzlich den entsprechenden Bescheid erhalten haben. Hebestreit ordnete diese Aussicht sehr direkt als „Scheißperspektive“ ein, befürchtete aber zugleich, dass eine Wehrpflicht notwendig sei.
Weitere Schwerpunkte der Diskussion bildeten Donald Trumps Machtansprüche, die Gefahren von Cyber- und Drohnenangriffen, die Funktion von Bündnissen wie die NATO, die Frage nach einer weltweiten Energiekrise. Aber auch Hebestreits persönliche Erfahrungen spielten eine Rolle. Die Schüler:innen wollten wissen, was ihn als Journalisten antreibt und welche Erfahrungen er aus seiner Zeit in der Ukraine mitnimmt.


Auf alle Fragen antwortete Hebestreit sehr direkt, so dass ein realistisches Bild der sicherheitspolitischen Lage entstand, das nicht beschönigte. Er betonte aber auch die Aufgabe, die er bei der jungen Generation sieht: „Ihr als Europäer seid nun gefordert!“
Eine persönliche Verbindung zur Ukraine hat das CFvWG außerdem durch unseren Schüler Kirill. Seine Erfahrungen und Diskussionsfragen sorgten zusätzlich dafür, dass die Thematik nahbar blieb. Henner Hebestreit und Kirill gingen auch anschließend noch ins Gespräch, um sich auszutauschen.
Wir bedanken uns bei Henner Hebestreit für den Besuch und die spannenden Einblicke!

